
Jetzt ist die Zeit in der sich Poa annua (Einjährige Rispe) mit Nachdruck ausbreitet. Selbst Flächen, die noch vor ein paar Wochen absolut sauber waren, werden im Mai und Juni von der einjährigen Rispe heimgesucht. Poa annua ist ein so genanntes Ungras, also ein Gras, das in den meisten Kulturrasenflächen unerwünscht ist. Es fällt durch starkes Wachstum, eine helle Farbe, eine auffällige Blüte und lange, am Boden liegende Triebe auf. Außerdem hat Poa annua wenige flache Wurzeln und fällt durch einen muffigen Geruch auf.
Poa annua ist ein Gras, das heimisch bei uns vorkommt und das an jedem Feldrain, an jedem Straßenrand und in jeder Grünfläche vorkommt. Es samt sehr schnell aus und die Samen werden mit dem Wind überall verteilt. Wenn ein Sommergewitter naht, dann enthält die Staubwolke, die es vor sich her treibt, einen hohen Anteil an Poa annua Samen. Ebenfalls befindet sich Poa annua in vielen günstigen Grassamen, die häufig für Nachsaaten verwendet werden.
Leider gibt es keine Möglichkeit diese Gräser zu chemisch zu bekämpfen, da es keine Mittel auf dem Markt gibt, bzw. gesetzlich keine Mittel zugelassen sind. Man muss sie also manuell ausreißen oder ausstechen. Bei Poa pratensis betonten Mischungen, wie fast alle Schwab Rollrasenqualitäten, hilft auch eine starke Düngung um das Wachstum und die Konkurrenzkraft der Wiesenrispe zu stärken, denn dann überwächst Poa pratensis die Poa annua einfach. Für alle Schwab Kunden empfehlen wir eine weitere Düngung im Mai und Juni, um diese unerwünschten Pflanzen zu verdrängen, oder zumindest etwas zurück zu drängen. Weiterhin empfehlen wir, die flachliegenden Triebe der Gräser mit einem Laubrechen vor dem Mähen aufzustellen und abzumähen. Auch das schwächt die Einjährige Rispe.
Mitte Sommer bildet sich die Poa annua natürlicherweise zurück, da dann der genetische Auftrag sich zu vermehren nachlässt. Nichts desto trotz sollte man Poa annua in dem Moment bekämpfen, sobald es auffällt, denn obwohl es eine einjährige, nicht winterharte Grasart ist, bildet es so viele Samen aus, dass es, wenn es nicht bekämpft wird, immer stärker nach dem Winter zurück kommt.
Einen Schutz vor Poa annua gibt es leider nicht. Weder bei Saatgut, noch bei Rollrasen kann eine hundertprozentige Reinheit garantiert werden.
Speziell bei lang anhaltenden Regenperioden während der Sommermonate können immer wieder Hutpilze in der Rasenfläche auftreten. Diese Pilze, von denen es bis zu 200 verschiedene Arten gibt, sind für Rasen, Menschen und Haustiere in der Regel ungefährlich. Sie ernähren sich von Pflanzenresten im Boden und in der Grasnarbe. Die Sporen dieser Pilze sind in jedem Boden vorhanden, sie befinden sie sich in Komposterde oder in Rindenmulchmaterial und breiten sich auch durch die Luft mit dem Wind weitläufig aus. Das Auftreten der Pilze zeigt grundsätzlich eine gute Bodenbiologie und Bodengesundheit an, denn Pilze lieben humushaltige, gesunde Böden. Dennoch stören sich viele Rasenliebhaber an den ungewollten Eindringlingen.
Hutpilze treten besonders häufig nach einer Bodenbearbeitung, wie einer Neuanlage des Gartens mit zugeliefertem Oberboden oder einer Gartenumgestaltung auf. Durch die Bearbeitung , die Durchmischung oder die Störung des Bodens wird das empfindliche Bodengefüge mit all seinen Mikroorganismen gestört und der Boden braucht nach solchen Eingriffen Zeit, um sein biologisches Gleichgewicht wieder zu finden. In dieser Zeit ist ein vermehrtes Auftreten von Hutpilzen zu beobachten. Dies ist ähnlich wie bei der vermehrten Algenbildung in einem neu angelegten Teich zu verstehen, dort dauert es auch einige Zeit, bis sich eine natürliche Balance einstellt. Um diese Bodenreaktionen abzumildern können Bodenhilfsstoffe eingesetzt werden, die gestörte Böden ausgleichen und mit Spurenelementen versorgen. Dadurch wird auch das Auftreten von Hutpilzen reduziert.
In der Regel verschwinden diese Pilze jedoch nach kurzer Zeit, meist nach einem Wetterumschwung, von ganz alleine wieder.
Chemische Mittel zur Bekämpfung dieser Pilze sind in Privatgärten nicht mehr zugelassen, so dass es im Moment keine Fungizide gibt um dieser Problematik auf chemischem Wege zu begegnen. Die Firma Schwab Rollrasen bietet mit ihren homöopathischen Pflanzenstärkungsmitteln Blatt-Aktiv® und Wurzel-Aktiv® seit einiger Zeit eine Möglichkeit Pilzen im Rasen auf rein biologische Art zu begegnen. Die beiden Mittel in Kombination gespritzt kräftigen die Rasenpflanze und deren Wurzeln und unterdrücken dadurch in kurzer Zeit in der Grasnarbe auftretende Pilze. Die Wirkung der Präparate lässt sich durch regelmäßige, vorbeugende Wirkung noch verstärken. Eine weitere Möglichkeit ist das häufige Abmähen oder Abrechen der Pilzkörper um eine Austrocknung zu beschleunigen.
Sorgen Sie außerdem dafür, dass der Rasen nicht übermäßig gewässert wird, ein bis zwei Mal pro Woche mit etwa 15 Liter Wasser pro Quadratmeter sind ausreichend und achten Sie auf eine gute Nährstoffversorgung der Rasenfläche.