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ungras

Jetzt ist die Zeit in der sich Poa annua (Einjährige Rispe) mit Nachdruck ausbreitet. Selbst Flächen, die noch vor ein paar Wochen absolut sauber waren, werden im Mai und Juni von der einjährigen Rispe heimgesucht. Poa annua ist ein so genanntes Ungras, also ein Gras, das in den meisten Kulturrasenflächen unerwünscht ist. Es fällt durch starkes Wachstum, eine helle Farbe, eine auffällige Blüte und lange, am Boden liegende Triebe auf. Außerdem hat Poa annua wenige flache Wurzeln und fällt durch einen muffigen Geruch auf.

Poa annua ist ein Gras, das heimisch bei uns vorkommt und das an jedem Feldrain, an jedem Straßenrand und in jeder Grünfläche vorkommt. Es samt sehr schnell aus und die Samen werden mit dem Wind überall verteilt. Wenn ein Sommergewitter naht, dann enthält die Staubwolke, die es vor sich her treibt, einen hohen Anteil an Poa annua Samen. Ebenfalls befindet sich Poa annua in vielen günstigen Grassamen, die häufig für Nachsaaten verwendet werden.

Leider gibt es keine Möglichkeit diese Gräser zu chemisch zu bekämpfen, da es keine Mittel auf dem Markt gibt, bzw. gesetzlich keine Mittel zugelassen sind. Man muss sie also manuell ausreißen oder ausstechen. Bei Poa pratensis betonten Mischungen, wie fast alle Schwab Rollrasenqualitäten, hilft auch eine starke Düngung um das Wachstum und die Konkurrenzkraft der Wiesenrispe zu stärken, denn dann überwächst Poa pratensis die Poa annua einfach. Für alle Schwab Kunden empfehlen wir eine weitere Düngung im Mai und Juni, um diese unerwünschten Pflanzen zu verdrängen, oder zumindest etwas zurück zu drängen. Weiterhin empfehlen wir, die flachliegenden Triebe der Gräser mit einem Laubrechen vor dem Mähen aufzustellen und abzumähen. Auch das schwächt die Einjährige Rispe.

Mitte Sommer bildet sich die Poa annua natürlicherweise zurück, da dann der genetische Auftrag sich zu vermehren nachlässt. Nichts desto trotz sollte man Poa annua in dem Moment bekämpfen, sobald es auffällt, denn obwohl es eine einjährige, nicht winterharte Grasart ist, bildet es so viele Samen aus, dass es, wenn es nicht bekämpft wird, immer stärker nach dem Winter zurück kommt.

Einen Schutz vor Poa annua gibt es leider nicht. Weder bei Saatgut, noch bei Rollrasen kann eine hundertprozentige Reinheit garantiert werden.

Wenn man manche Anweisung zur Anwendung von Düngern liest, zeigt das nur wie wenig die Herren Marketings von den Herren Chemikers verstanden haben als die ihnen erklärt haben, was die Herren Biologikers glauben was die Herren Greenkeepers wollen.

Die erste Maßnahme im zeitigen Frühjahr sollte eine Düngung sein. Diese kann schon Mitte März erfolgen, denn Rasen nimmt schon ab einer Bodentemperatur von 8 Grad die Nährstoffe auf, obwohl er erst bei 12 Grad Bodentemperatur zu wachsen beginnt. Somit empfiehlt sich der erste warme Tag im März für die Düngung. Selbst Frost nach der Düngung macht hier nichts aus. Der Rasen braucht nach dem Winter ganz extrem Nährstoffe, da er seine Reserven über den Winter aufgebraucht hat. Je eher Sie düngen umso schneller bekommt der Rasen Farbe, Struktur und Vitalität. Eine organisch-mineralische Düngung liefert nicht nur Stickstoff, Phosphor und Kali, sondern über die Organik auch Futter für die Bodenorganismen. Der Boden wird somit nicht nur nachhaltig ernährt, sondern er wird mit jeder Anwendung auch fruchtbarer.

Bedingt durch den schneereichen Winter treten jetzt im Frühjahr vermehrt Pilzerkrankungen in Rasenflächen auf. Besonders häufig ist der Befall mit Schneeschimmel (Michrodochium nivale / Gerlachia nivalis). Schneeschimmel ist eine Pilzerkrankung die ganzjährig auftritt, jedoch vermehrt im Herbst und Winter. Schneeschimmel hat mit Schnee nichts zu tun, der Name kommt vielmehr von einem weißen, schimmeligen Mycel, das entfernt an Schnee erinnert.

Schneeschimmel in Rasenflächen

Schneeschimmelerkrankungen betreffen vor Allem die oberirdischen Teile der Rasenpflanze und sehen daher schlimmer aus, als sie in Wahrheit sind. Häufig tritt Schneeschimmel bei Stress auf, das heisst, wenn verschiedene Umweltfaktoren für den Rasen nicht optimal sind. Dies kann übermäßige Feuchtigkeit sein aber auch Winterstress durch viel Schnee und der damit verbundene Luftabschluss. Ein weiterer Faktor sind gestörte Böden, also Böden die bearbeitet, durchmischt, künstlich hergestellt oder angefüllt wurden. Bei solchen Böden dauert es oft eine Saison bis der Boden wieder sein natürliches Gleichgewicht gefunden hat und sich das Bodenleben neu gebildet hat.

Bei einem Schneeschimmelbefall sollten Sie die Rasenfläche mit einem Laubrechen leicht aufrauhen um plattgedrücktes Gras aufzustellen und die Frühjahrsdüngung vornehmen. In aller Regel regeneriert sich die Grasnarbe dann innerhalb der nächsten vier Wochen von selbst und die entstandenen Schäden in der Grasnarbe wachsen zu.

Ein Kalken des Rasens ist in der Regel nicht notwendig, genaueres über den pH-Wert des Bodens liefert eine Messung. Der ideale pH-Wert für Rasen sollte zwischen 6,8 und 7 liegen. Meist reicht aber schon die Frühjahrsdüngung um diesen pH-Wert zu erreichen.

_MG_4335Grundsätzlich muss man Dünger in Ihrer Zusammensetzung und damit auch in Ihrer Wirkungsweise unterscheiden. Zuerst gibt es drei Typen von Düngern: organische Dünger, organisch-mineralische Dünger und rein mineralische Dünger. Ihre Zusammensetzung ist immer auf dem Etikett angegeben. Die Deklaration bezieht sich auf die Hauptnährstoffe N-P-K (Stickstoff, Phosphor; Kali) sowie Zusatzstoffe wie  Mg (Magnesium), S (Schwefel) oder Eisen (FE).

Organische Dünger wirken durch die Umwandlung organischer Stoffe wie Treber, Melasse, Knochenmehl, sterilisiertem Hühnerdung oder Hornspäne. Sie wirken nach etwa 4-6 Monaten und geben ihre Nährstoffe langsam ab, da die Grundprodukte erst durch die Bodenorganismen umgesetzt werden müssen. Die Dauer der Wirkung beträgt bis zu einem Jahr. Organische Dünger werden als Grunddüngung vor Allem im Beetbereich und im Wurzelbereich neu gepflanzter Bäume, Sträucher und Stauden eingesetzt. Im Rasen wirken diese Dünger zu langsam und geben die Nährstoffe auch zu langsam ab. Rasenflächen die rein organisch gedüngt werden sind in den meisten Fällen latent hungrig und nährstoffarm, was zu Moosbildung führt.

Organisch-mineralische Dünger wirken sehr schnell durch den mineralischen Anteil, der sofort verfügbar ist und erzielen eine gewisse Langzeitwirkung, die acht bis zwölf Wochen betragen kann, durch relativ schnell verfügbare organische Bestandteile. Sie sind einfach in der Anwendung, da kaum Verbrennungen möglich sind, wirken zuverlässig und schnell und haben einen gute Langzeitkomponente. Sie reichern durch die mitgelieferte Organik das Bodenleben an und sogen somit nachhaltig für fruchtbare Böden.

Rein mineralische Dünger (bekanntester Vertreter ist Blaukorn) zeichnen sich durch einen schnelle Wirkung aus. Sie wirken bereits nach zwei bis fünf Tagen, die Wirkung ist aber nach zwei bis drei Wochen wieder vorbei. Diese Dünger sind sehr schnell löslich, können aber bei Überdosierung zu Verbrennungen in der Rasenfläche führen. Die Wirkung ist sehr schnell aber auch sehr kurz, deshalb setzt man sie hauptsächlich da ein, wo eine extrem schnelle Verbesserung der Grasnarbe innerhalb kurzer Zeit erwünscht ist.

Als Spezialform gibt es noch mineralische Langzeitdünger und Flüssige Dünger, wobei Flüssige Dünger in der Rasenkultur nicht bedeutend sind und ausschließlich für schnelle Effekte herangezogen werden, für Fälle, in denen man schnell mal zaubern muss.

Mineralische (gekapselte) Langzeitdünger sorgen eher für eine Grunddüngung, als für eine generelle Ernährung des Rasens, da sie sich dann lösen, wenn die Umwelteinflüsse gut sind, nicht aber unbedingt, wenn der Rasen die Nährstoffen benötigt.

Aufgrund der Anforderungen an moderne Grünflächen hat sich inzwischen eine organisch-mineralische Düngung als nahezu perfekt für fast alle Ansprüche herausgestellt. Mit dieser Art der Düngung kann man ganz gezielt düngen, ohne das Düngemanagement zu einer Wissenschaft werden zu lassen. Man hat einen sofortigen Erfolg, und eine relativ lang anhaltende Wirkung. Außerdem verbessert man nachhaltig die Bodenbiologie und die Vitalität des Bodens. Somit kann man mit 3 –  5  Düngegaben pro Jahr einen schönen Rasen erhalten und verbessert mit jeder Düngung seinen Boden. Denn eigentlich wichtig ist die Vitalität des Bodens, seine Mikroorganismen und alle Bodenlebewesen.

Dies ist besonders wichtig bei neu bearbeiteten Böden, bei Bodendurchmischungen und neu aufgefüllten Böden von denen man die Herkunft kaum kennt. Wir sprechen hier auch von Böden, die aus dem Gleichgewicht gebracht wurden oder von traumatisierten Böden. Generell sollte der pH-Wert des Bodens für Rasen (gemessen in der Grasnarbe) zwischen 6,8 und 7,2 liegen. Sollte er darunter liegen hilft eine Kalkung bzw. der Einsatz des Schwab Bodenstarters, der gestresste Böden wieder ins Gleichgewicht bringt und gleichzeitig Stickstoff sammelnde Bakterien, sowie Mycorhizza Pilzkulturen enthält um den Boden nachhaltig zu verbessern. Bei zu hohen pH-Werten kann man mit einer Düngung den pH-Wert senken.

Übrigens: Wussten Sie schon, dass in einer Hand voll gepflegtem Ackerboden mehr Mikroorganismen sind als Menschen auf dieser Welt leben?

Demopark

Einen sehr interessanten Versuch zum Thema Qualitätsunterschiede bei Grassamen hat Herr Dr. agr. Harald Nonn gemacht. Über drei Jahre hat er verschiedene Grassamenmischungen nach verschiedenen Kriterien beurteilt und dabei hochwertige Sport- und Gebrauchsrasenmischungen neben zwei Mischungen “Berliner Tiergarten” als preisgünstige Alternative gegenübergestellt. Die Ergebnisse lassen sich auf der Seite der deutschen Rasengesellschaft nachlesen.
Beurteilt wurde die durchschnittliche Wuchshöhe pro Woche, was wiederum die Häufigkeit der Schnitte beeinflußt, der Mähgutanfall, die Narbendichte, sowie die Veränderungen in der Gräserzusammensetzung der Parzellen. In allen vier Bereichen schnitt die günstige Mischung schlechter ab als die hochwertigen Mischungen. Ganz besonders interessant war dabei die Narbendichte und damit die Anfälligkeit gegen das Einwandern von Fremdgräsern in die Grasnarbe. Bei Berliner Tiergarten waren nach drei Jahren Versuchsdauer nur noch 75 % bzw. 60 % der ursprünglich gesäten Gräser vorhanden, der Rest setzte sich aus zugewanderten Fremdarten wie Poa annua und Poa trivialis zusammen. Damit einhergehend konnte ein sehr uneinheitliches und unbefriedigendes optisches Ergebnis im Vergleich zu den höher wertigen Rasenmischungen diagnostiziert werden.
Es lohnt sich also durchaus seinen Grassamen im Fachhandel zukaufen und etwas mehr für einen gute Mischung auszugeben.

Einen sehr interessanten Versuch zum Thema Qualitätsunterschiede bei Grassamen hat Herr Dr. agr. Harald Nonn gemacht. Über drei Jahre hat er verschiedene Grassamenmischungen nach verschiedenen Kriterien beurteilt und dabei hochwertige Sport- und Gebrauchsrasenmischungen neben zwei Mischungen “Berliner Tiergarten” als preisgünstige Alternative gegenübergestellt. Die Ergebnisse lassen sich auf der Seite der deutschen Rasengesellschaft nachlesen.

Beurteilt wurde die durchschnittliche Wuchshöhe pro Woche, was wiederum die Häufigkeit der Schnitte beeinflußt, den Mähgutanfall, die Narbendichte, sowie die Veränderungen in der Gräserzusammensetzung der Parzellen. In allen vier Bereichen schnitt die günstige Mischung dramatisch schlechter ab als die hochwertigen Mischungen. Ganz besonders interessant war dabei die Narbendichte und damit die Anfälligkeit gegen das Einwandern von Fremdgräsern in die Grasnarbe. Bei Berliner Tiergarten waren nach drei Jahren Versuchsdauer nur noch 75 % bzw. 60 % der ursprünglich gesäten Gräser vorhanden, der Rest setzte sich aus zugewanderten Fremdarten wie Poa annua und Poa trivialis zusammen. Damit einhergehend konnte ein sehr uneinheitliches und unbefriedigendes optisches Ergebnis im Vergleich zu den höher wertigen Rasenmischungen diagnostiziert werden.

Offensichtlich zählt bei günstigen Rasenmischungen wirklich nur der Preis und es wird keinerlei Wert auf die Qualität der einzelnen Gräserarten und -sorten, sowie deren Kombination gelegt. Wie auf der Demopark eindrucksvoll demonstriert wurde war der Qualitätsunterschied auch von Laien sehr deutlich sichtbar. Es lohnt sich also durchaus seinen Grassamen im Fachhandel zukaufen und etwas mehr für einen gute Mischung auszugeben.

Neueste Erkenntnisse in der Rasenforschung haben ergeben, dass es fachlich richtig ist, neuen Rollrasen direkt und ohne Bodenvorbereitung auf einen vorhandenen alten Rasen zu verlegen. Wie eine Untersuchung der Abteilung Landespflege an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim herausgefunden hat, hat diese Verlegemethode keinerlei Nachteile gegenüber der konventionellen Verlegung mit Bodenlockerung. Im Gegenteil: Versuchsparzellen, bei denen der vorhandene Rasen nur abgemäht und mit Rollrasen belegt wurde, präsentierten sich optisch gleichwertig oder besser als herkömmlich verlegter Rasen. Der Altrasen war acht Wochen nach der Verlegung vollständig verschwunden und nur noch als etwas dunkler Horizont in einer Bodenprobe sichtbar. Diese Erkenntnisse belegen das das so genannte „Rollrasensandwich“ hervorragend funktioniert und eine aufwendige Bodenbearbeitung für eine Rasenneuanlage mit Rollrasen nicht zwingend erforderlich ist. 
In der Praxis bedeutet das, dass neuer Rollrasen ohne Bodenvorbereitung auf den alten Rasen verlegt werden kann. Die Fläche sollte lediglich kurz abgemäht werden, eventuelle Unebenheiten können mit feinem Oberboden oder Rasensubstrat ausgeglichen werden und es sollte eine Grunddüngung erfolgen. Eventuell vorhandene Anschlusskanten an Pflaster, Beetbegrenzungen oder Rasenkanten sollten nachgearbeitet werden, da der neue Rasen die alte Rasenfläche um etwa einen Zentimeter überhöht. 
Somit ist es möglich, eine kostengünstige und zeitsparende Verlegemethode anzubieten, die, je nach Fläche, um etwa ein Drittel günstiger ist, als eine herkömmliche Verlegung mit Bodenbearbeitung.

Neueste Erkenntnisse in der Rasenforschung haben ergeben, dass es fachlich richtig ist, neuen Rollrasen direkt und ohne Bodenvorbereitung auf einen vorhandenen alten Rasen zu verlegen. Wie eine Untersuchung der Abteilung Landespflege an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim herausgefunden hat, hat diese Verlegemethode keinerlei Nachteile gegenüber der konventionellen Verlegung mit Bodenlockerung. Im Gegenteil: Versuchsparzellen, bei denen der vorhandene Rasen nur abgemäht und mit Rollrasen belegt wurde, präsentierten sich optisch gleichwertig oder besser als herkömmlich verlegter Rasen. Der Altrasen war acht Wochen nach der Verlegung vollständig verschwunden und nur noch als etwas dunkler Horizont in einer Bodenprobe sichtbar. Diese Erkenntnisse belegen das das so genannte “Rollrasensandwich” hervorragend funktioniert und eine aufwendige Bodenbearbeitung für eine Rasenneuanlage mit Rollrasen nicht zwingend erforderlich ist. 
In der Praxis bedeutet das, dass neuer Rollrasen ohne Bodenvorbereitung auf den alten Rasen verlegt werden kann. Die Fläche sollte lediglich kurz abgemäht werden, eventuelle Unebenheiten können mit feinem Oberboden oder Rasensubstrat ausgeglichen werden und es sollte eine Grunddüngung erfolgen. Eventuell vorhandene Anschlusskanten an Pflaster, Beetbegrenzungen oder Rasenkanten sollten nachgearbeitet werden, da der neue Rasen die alte Rasenfläche um etwa einen Zentimeter überhöht. 
Somit ist es möglich, eine kostengünstige und zeitsparende Verlegemethode anzubieten, die, je nach Fläche, um etwa ein Drittel günstiger ist, als eine herkömmliche Verlegung mit Bodenbearbeitung.

Das Ergebnis der Untersuchung kann hier nachgelesen werden.

Jeder, der einen schönen Rasen haben möchte muss mindestens einmal pro Jahr vertikutieren. Richtig oder Falsch? Natürlich Falsch. Warum?

Warum macht es denn der Profi? Und warum ist es im Privatgarten sinnlos?

Als Vertikutieren bezeichnet man das vertikale Schlitzen der Grasnarbe um Rasenfilz zu entfernen. Im professionellen Bereich, das heißt auf Fußballplätzen und Golfplätzen, in Stadien und Arenen kommt es in erster Linie darauf an, dass der Rasen bei jedem Wetter betret- und bespielbar ist. Erst in zweiter Linie steht die Qualität der Grasnarbe. Um diese hohe Belastbarkeit und Wasserdurchlässigkeit zu erreichen muss die Rasentragschicht, also die Schicht in der der Rasen wächst zum Hauptteil aus Sand bestehen. Diese Zusammensetzung der Rasentragschicht ist hinsichtlich der Kornkurve (der Verteilung der Korngrößen) in DIN 18035 geregelt. Hier wird versucht, eine maximale Wasserdurchlässigkeit bei möglichst guter Scherfestigkeit zu erreichen. In der Regel besteht so eine Rasentragschicht heute aus 90% Sand und 10% sandigem Oberboden. Ein Boden, der so mager und pflanzenfeindlich ist, auf den ein halbwegs vernünftiger Landwirt nicht einmal Roggen säen würde, steril ohne jedes Bodenleben, aber maximal wasserdurchlässig. Um auf einem solchen Boden guten Rasen gedeihen zu lassen sind Spezialisten notwendig und auch spezielle Pflegemaßnahmen.

Durch das Fehlen von Bodenorganismen baut sich nämlich der natürliche Rasenfilz, der durch liegen gebliebenes Mähgut entsteht, nicht ab, so wie das auf natürlichen Gartenböden der Fall ist, sondern muss durch striegeln und vertikutieren manuell entfernt werden. Auch werden durch das Bespielen der Rasenfläche mit Stollen grüne Gräser in den Boden gestampft und werden hier zum Teil anaerob zersetzt. Das kann einen harten, wasserabweisenden Filz verursachen, der die Wasserdurchlässigkeit behindert. Deshalb ist der Rasenfilz im professionellen Bereich schlecht und unerwünscht und muss durch eine Gewaltmaßnahme, bei der die Grasnarbe in jedem Fall geschädigt wird, entfernt werden. Diese Maßnahme besteht beim Profi immer aus vier Arbeitsschritten: vertikutieren, besanden, nachsäen, und düngen. Vertikutieren um den Filz zu entfernen, besanden um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen und den verbleibenden Filz zu “verdünnen”, nachsäen um die ramponierte Grasnarbe wieder zu schließen und düngen um die verbliebenen Gräser zu stärken.

Im Privatgarten ist nicht die Wasserdurchlässigkeit das höchste Ziel, sondern ein schöner Rasen. Auch gibt es auf guten Gartenböden nie mehr als einen Zentimeter lockeren Filz, der für die Grasnarbe sogar wichtig ist. Somit ist Rasenfilz also nicht das Problem. Was häufig das Problem in privaten Rasenflächen ist, ist Moos. Moos hat aber mit Rasenfilz überhaupt nichts zu tun. Moos ist eine Zeigerpflanze für Stickstoffmangel. Moos kommt immer dann – und nur dann – wenn zu wenig gedüngt wird und der Boden Nährstoffarm ist. Meist ist das im Kronenbereich von Bäumen und im Bereich von Hecken zuerst der Fall, weshalb sich hartnäckig das Gerücht hält, Moos komme vom Schatten und von feuchten Böden. In Wirklichkeit werden in diesen Bereichen die Nährstoffe von den flachen Saugwurzeln der Bäume und Sträucher nur schneller verbraucht und es besteht dort einfach mehr Bedarf an Dünger. Natürlich ist es so, dass Dünger, vor Allem organischer Dünger, in Schattenlagen schlechter umgesetzt wird, dies ist aber nicht ursächlich sondern kommt erschwerend hinzu. Moos tritt also da nicht auf, wo ausreichend gedüngt wird, bzw. verschwindet sofort, wenn Stickstoff aufgebracht wird.

Was passiert wenn eine vermooste Rasenfläche vertikutiert wird um das Moos manuell zu entfernen? Zum Einen werden Rasenpflanzen, die ohnehin schon gestreßt und hungrig sind auch noch verletzt und Blatt- und Wurzelmasse zerstört, zum Anderen werden auch gerade im Frühjahre regelrechte “Landebahnen” für Unkrautsamen geschaffen, besonders für den Löwenzahn, der bereits im zeitigen Frühjahr fliegt. Je öfter man also vertikutiert, je mehr man die Grasnarbe verletzt umso mehr Unkraut bekommt man und umso schneller wird der Rasen unansehnlich.

Manche Leute behaupten auch der Rasen bräuchte Luft und deshalb sollte man vertikutieren. Warum dann in Blätter und Wurzeln schneiden? Wenn es wirklich eine Art Lunge des Grases direkt unter der Erdoberfläche gäbe, warum dann nicht großflächig beatmen statt die Gräser zu zerschlitzen? Wenn ich das mal auf uns Menschen projeziere, würde das bedeuten, dass uns ab und zu mal ein Arm oder ein Bein abgehackt werden sollte, damit wir besser Luft bekommen. Das hört sich nicht sehr stimmig an.

In Wirklichkeit braucht Rasen weder mehr Luft als er ohnehin um sich hat, sondern nur mehr Dünger. 3 – 5 Düngegaben pro Jahr sind in der Regel notwendig um einen perfekten Rasen zu erhalten und je weniger man die Grasnarbe verletzt umso schöner ist der Rasen und umso weniger Unkraut kann sich ansiedeln. Also lieber seinen Vertikutierer verkaufen und von dem Erlös ein paar Sack Dünger kaufen, davon hat der Rasen mehr als von andauerndem Pflegestress durch mechanische Maßnahmen.

grashalm1Die Besucher können hier Grashalme aus Balsaholz schnitzen, mit ihrem Vornamen, dem Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens und ihrem Beruf  beschriften. Diese „Grashalme” werden grün eingefärbt und dann auf der extra dafür angelegten Fläche ausgestellt. Dieses hügelig gestaltete Areal ist auch gleichzeitig Ruheraum für die Grashalmschnitzer, Diskussionsort und Bühne für Vorträge. Einen solchen Vortrag gibt es am 6.Juni um 15.00 Uhr und am 7.Juni um 13.00 Uhr. Referent ist der Dipl.-Biologe Martin Boksch. Er spricht über den interdisziplinären Forschungsansatz „Pionier- und Liebesgras- das Schlacht Feld – ein soziografischer Vergleich”.

Alle Besucher der Bundesgartenschau 2009 in Schwerin sind zu diesem Workshop herzlich eingeladen.

grasdach1Auf dem internationalen Gründachkongress in Nürtingen wurde die Stadt Düsseldorf für ihr herausragendes kommunales Engagement zur Förderung von Dachbegrünungen mit dem IGRA-Preis 2009, dem International Green Roof Association-Award, ausgezeichnet. 730.000 Quadratmeter mit Rasen begrünte Dachflächen gibt es in Düsseldorf. Das entspricht einer Größe von 100 Fußballfeldern. Diese Zahlen beeindruckten die 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 40 Nationen auf dem internationalen Gründach-Kongress, der in diesem Jahr in Nürtingen bei Stuttgart stattfand.
Beim Blick aus der Vogelperspektive würde sich dem Betrachter ein grüner Flickenteppich in der Dachlandschaft von Düsseldorf zeigen. Im Innenstadtbereich verdichtet sich dieses Muster leicht. Und das ist gut so, denn gerade hier nimmt der Anteil der ebenerdigen Grünflächen stark ab und ein begrüntes Dach kann dann einen besonders wertvollen “Naherholungsraum” darstellen und seine ökologische Bedeutung als Ersatzlebensraum für Tiere und Pflanzen wirksam ausleben.
Begrünte Dächer sorgen für ein deutlich besseres Stadtklima. Vor allem im Sommer, denn dann kann es in Städten aufgrund des höheren Anteils versiegelter Bodenfläche bis zu 10 Grad Celsius wärmer sein als im Umland. Rasendächer entfalten hier eine positive Wirkung: Sie nehmen Regenwasser auf, das langsamer verdunstet und gleichzeitig für Kühlung sorgt. Darüber hinaus binden sie Kohlendioxid, Staub und Schadstoffe. Ein Quadratmeter grünes Dach filtert im Jahr etwa 0,2 kg Schadstoffe aus der Luft. Außerdem sorgt ein grünes Dach für einen besseren Wärmeschutz im Sommer und Winter – und das ganz natürlich. Damit leisten grüne Dächer einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Da sie als Wärmedämmung dienen, senken sie den Energieverbrauch, was gleichzeitig den CO²-Ausstoß verringert.

demoparkDie demopark ist die größte Freilandausstellung mit Maschinenvorführungen für den professionellen Maschineneinsatz in der Grünflächenpflege, im Garten- und Landschaftsbau, sowie bei Kommunen in Europa.

Für alle, die Sportanlagen, Golfplätze und Grünflächen anlegen oder pflegen, bieten demopark und demogolf alle zwei Jahre die neueste Technik konzentriert an einem Platz. Die vorgestellten Maschinen werden auf großzügigen Vorführflächen im Einsatz gezeigt.

Die Gesamtfläche der Ausstellung ist mit 25 ha einzigartig in Europa. Erwartet werden auf der demopark, die vom 21. bis 23. Juni 2009 auf dem Flugplatz in Eisenach-Kindel stattfinden wird, über 400 Aussteller und mehr als 28.000 Fachbesucher aus Europa und Übersee.

Die demopark bietet nicht nur Wissenswertes für Technik-Begeisterte, sondern im Bereich der demogolf auch eine eigenständige Sonderschau zu Thema Sportrasen. Interessierte Fachbesucher können sich hier über Saatgutmischungen, Düngung, Beregnung und Pflege von Rasenflächen informieren. Praktische Vorführungen von neu entwickelten Pflegemaschinen ergänzen das Programmangebot.

versuchsflachen